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Hans Ulrich Lehmann

Mosaik

Klarinette

Virtuoses Solostück mit zahlreichen neueren spieltechnischen Möglichkeiten, in “mobiler Form”: Die verschiedenen Abschnitte können in beliebiger Reihenfolge aneinandergefügt werden.

“«Mosaik» für Klarinette solo hat Hans Ulrich Lehmann 1964 für den Klarinettisten Hans Rudolf Stalder komponiert. Es war ein richtungweisendes Stück. Das Werk besteht aus zweiundzwanzig Bausteinen, welche in einer vom Interpreten gewählten Abfolge gespielt werden, doch wie beim Mosaik der bildenden Kunst ergeben die Teile ein Ganzes, eine grosse Form. Das war in der Zeit neu. Es gab zwar schon mobile Formen, aber keine, die so gut funktionierte wie Lehmanns «Mosaik». Die kreativ mitdenkende Persönlichkeit des Klarinettisten ist in der Musik zu spüren. Dass die Form so geglückt ist, hat indes auch klangliche Gründe; Lehmann hatte mit Hans Rudolf Stalder neue Möglichkeiten des Instruments erforscht und sie musikalisch differenziert verwendet. Ist es ein Zufall, dass das Neue bei Lehmann, diese sinnliche Körperlichkeit bei einem Werk für ein Blasinstrument entstanden ist, das über den Atem direkt mit dem Körper des Interpreten verbunden ist? Atem, Körperlichkeit, differenzierte Klangbehandlung und das Suchen des künstlerischen Mitdenkens der Interpretierenden, um so Nicht-Notierbares zum Ausdruck zu bringen, das sind Themen, die wir 1964 in «Mosaik» vorfinden. Und das sind Grundthemen von Hans Ulrich Lehmanns Schaffen überhaupt geworden.”

  • Alfred Zimmerlin